The Creative Network

106%
  • Zielsumme: 7.000
  • Funding: 7.385
  • Supporter: 97
  • Daten aktualisiert am 19.09.16
Direkt zu Kickstarter
Marc von Podcastfilm
(Foto: Litz Media)

“Ich habe bewusst auf einen spontanen Dreh für den Kampagnen-Clip gesetzt, weil dies für mich einfach was mit Ehrlichkeit zu tun hat. Man sollte zwar zeigen was man kann, aber auch dass man ECHT ist, voll und ganz hinter seinem Projekt steht und mit voller Leidenschaft dabei ist.” – (Marc Litz)

Ein Gespräch Marc Litz über Podcaster, Podcasts und den Plan diesem besonderen Format mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen

Da ich mich gerade selbst mit dem Gedanken trage einen eigenen Podcast zu starten, ist mir ein Tweet mit folgendem Text aufgefallen: „Glückwunsch podcastfilm.de zur erfolgreichen Kickstarter-Kampagne! Und es sind sogar noch ~30 Stunden Zeit etwas in den Topf zu werfen.“. Meine Neugierde war geweckt und nach einem schnellen Kontakt zum Projektinitiator Marc gingen meine Fragen auch schon auf die Reise. Die Ziellinie ist schon erreicht, aber die Kampagne läuft noch und auch jeder weitere Euro tut dem Projekt gut.

Steffen: Hallo Marc, bei Deinem Crowdfunding Projekt “The Creative Network” geht es um die Dokumentation der Podcastszene. Kannst Du kurz umreißen, was uns erwartet?

Marc: Das Ziel dieses Projektes ist das Medium PODCAST bekannter zu machen. Menschen darüber zu informieren, die sich nichts darunter vorstellen können. Und das sind mehr als genug. Leider! Genau darum geht es auch im Film. Ich treffe auf einige Podcaster und Blogger, werde mit ihnen über das Thema Internet und natürlich über Podcasts sprechen. Hierbei soll auch gezeigt werden, dass das Internet für mehr gut ist, als nur für Facebook, pornografische Inhalte oder für’s Shopping!

Nun gibt es hierbei aber ein Problem. Wenn man das Medium Podcast bekannter machen möchte, dreht man dann eine „normale“ Dokumentation mit ordentlichem Informationsfluss? Nein! Warum? Weil es dann eben eine, sicherlich interessante, aber eben auch eine Dokumentation ohne Spannungsbogen wäre. Warum sollten sich nur Podcaster oder Blogger dafür interessieren? Da wäre man am Ziel vorbei geschrammt! Wenn du ein Ziel hast Menschen über etwas zu informieren, brauchst du einen Aufhänger. Etwas, was Entertainment mit sich bringt. In meinem Falle wird es ein Mix werden. Ein Mix aus unterhaltsamer Information über die jeweilige Person, Technik und eben über das Medium Podcast. Dann kommt auf der anderen Seite ein total verrückter Roadtrip mit absurden Regeln, der mich als Macher auch zum Protagonisten macht hinzu. Die Frage nach dem „WARUM“ dürfte man sich also gar nicht mehr stellen. Falls doch: Um einfach die Menschen anzusprechen, die nichts mit diesen „Podcasts“ zu tun haben. Genau das möchte man doch!

Das Spannende für mich ist das „Projekt im Projekt“. Es wird regelmäßig Status-Updates über YouTube und Audio-Feed (im Podcast zum Projekt) von unterwegs aus geben. Hier kann man also nahezu täglich bei der Entstehung dieses außergewöhnlichen Films dabei sein. Alles kann man finden auf www.Podcastfilm.de. Zum jetzigen Zeitpunkt findet man hier noch eine statische Startseite. Diese wird aber wegfallen und durch die Blogroll ersetzt, um sich sofort auf den neusten Stand bringen zu können.

Es wird ein Film mit romantischen, emotionalen aber auch aufregenden und spannenden Geschichten von und über Podcaster und Blogger.

Steffen: Wie bist Du auf die Idee gekommen? Was verbindet Dich mit Podcasts?

Marc: Was verbindet mich mit Podcasts. Erstmal bin ich selbst Konsument. Ich höre täglich irgendeinen Podcast. Es gibt viele Stimmen die mich täglich überall hin begleiten. Im Auto, in der Bahn, beim spazieren gehen, beim kochen, im Büro oder auch sogar im Badezimmer. Und das geht nicht nur mir so. Woher ich das weiß? Jetzt kommen wir zu einem, wie ich finde, spannenden eintauchen in die Welt der Podcasts. Ich bin auch Macher.

Seit ein paar Jahren blogge ich über Erfahrung mit Gadgets, Betriebsysteme, Programme und sonstiger Technik. Vor knapp über einem Jahr startete ich den dazugehörigen Podcast. Einfach so. Ich wollte es einfach mal ausprobieren. Dann kam es eines Tages dazu, dass ein Podcast, den ich regelmäßig konsumierte, einen ganz spontanen Gast suchte. „Ich bin gleich zuhause! Würde mich gerne unterhalten!“ twitterte ich zurück und bekam prompt die Zusage. Da ich gerade mit der Bahn von einem Außentermin kam, setzte mich ins Taxi und düste heim, schaltete den Computer an und legte los. Man verstand sich gut und es kam dann mal zu der Frage, ob ich nicht Redaktionsmitglied bei der PodUnion werden würde. Da alles einfach passte, sagte ich zu und bin noch bis heute gerne regelmäßig alle 14 Tage bei dem PodUnion Magazin dabei.

Im Laufe der Zeit entstanden viele eigene Podcast-Formate wie beispielsweise Podcast-Geblödel, Vergessene Werke, The Early Bird, gemeinsam mit meinem Kumpel Simon -VollVintage- oder auch mit meinem Kumpel Martin Rützler „MMP“ und so weiter. Freundschaften entwickelten sich, daher war man öfter mal beim „Raidenger-Podcast“ oder auch sogar bei Hörspielproduktionen dabei. Eine wahnsinnig interessante und spannende Art seine Kreativität ausleben zu können. Sei es Audio- oder Videopodcast: Dieses Medium ist einfach der Wahnsinn!

Podcasts haben alleine schon deswegen einen enorm hohen Stellenwert in meinem Leben und einen ganz besonderem Platz in meinem Herzen eingenommen. Einfach stark!

Auf die Idee zum Film meinst du? Die trage ich bereits über 1 1/2 Jahre mit mir herum. Diese ständige Nörgelei, Jammerei, nenn es wie du magst, ging mir auf den Zeiger! „Podcasts sind so unbekannt in Deutschland“, „Podcast ist eine geschlossene Szene“. Ich konnte und kann es bis heute einfach nicht mehr hören! Jeder meiner Podcastkollegen möchte die „Szene“ bekannter machen. Das funktioniert allerdings nicht wenn man jammert! MACHEN, nicht nur reden! Ein Kollege der nicht jammert, sondern etwas bewegt ist Tim Pritlove. Er treibt die technische sparte in der Szene richtig an! Hut ab!

Mit BitLove (einer Art der Verbreitung über Datensharing) stieß er auf mein Interesse. Dann gibt es Podlove, ein Publisher-Tool für Podcaster die einen WordPress Blog zur Präsentation ihrer Werke benutzen. Richtig stark! Da gibt es allerdings noch mehr. Beispielsweise den Publisher „FIRTZ“ vom lieben Kollegen Christian Bednarek. DirCaster usw. Dann der Audio-Verbesserungsdienst Auphonic von Georg Holzmann aus Österreich. Man merkt dass ordentlich Bewegung in dieser „Szene“ herrscht. Doch was ist denn mit „bekannter machen“ los? Da wären wir wieder beim Gejammer. Auch die Worte „Nische“ oder „Szene“ empfinde ich einfach als „klein reden“, auch wenn es nicht jeder so meint! So nehme ich das für mich auf. Es geht mir einfach auf den… du weißt schon. Sorry, aber das ist was, worüber ich mich wirklich aufregen kann.

Rico Lüthi, Johannes Wolf und Co. basteln derzeit am „PodPreis“. Einem Event von und für Podcaster im deutschsprachigen Raum. Hierbei geht es auch darum diese LANDSCHAFT bekannter zu machen. Es steht noch kein Konzept, aber gemeckert wird bereits fleißig. Ein Witz! Denn weder ich noch diese Dauermeckerer wissen wie dieses Event aussehen wird. Lasst doch mal machen, oder macht selbst etwas für diese Podcast-Landschaft. Denn genau das trifft es eher auf den Punkt als die Worte „Nische“ oder „Szene“. Es ist eine kunterbunte Landschaft gespickt mit kreativen Menschen, die mitunter richtig tolle Ideen verwirklichen.

Da ich hauptberuflich Filmemacher bin, liegt es ja bereits auf der Hand. Da meine große Leidenschaft eben das Filmemachern ist, möchte ich meiner zweiten großen Leidenschaft einen Film widmen und dieses tolle Medium präsentieren. Als Film im Programmkino, als Film auf DVD / BluRay und als kostenfreie Internetversion für JEDERMANN! Nach 1 1/2 Jahren haben wir, mein Team und ich, dieses Konzept ausgearbeitet und jetzt ist es an der Zeit dieses Konzept umzusetzen.

Steffen: Spannend finde ich, dass du tatsächlich kurz hintereinander drei Anläufe gestartet hast, um dann jetzt absehbar die Summer von 7.000 € über die Crowd zusammen zu sammeln. Wie kam es zu den drei Anläufen, was hast Du dabei lernen können und was hast Du jeweils verändert?

Marc: Das kann ich einfach erklären. Es ist meine erste Berührung mit dem Thema Crowdfunding. Die erste Kampagne war schlicht und ergreifend falsch eingestellt. Als alles online war fiel uns auf, dass die Dauer der Kampagne nicht korrekt war. Kickstarter ist eben erst in Deutschland gestartet und wir waren einer der ersten die auf der deutschsprachigen Kickstarterplattform online waren. Sobald ein Projekt online ist, kannst du die Dauer nicht mehr verstellen. „MIST!“. Also Restart mit der zweiten Kampagne, die dann 60 Tage lief.

Zwar wurden von 10.500 Euro, großartige 7.397 Euro erreicht, jedoch war das leider zu wenig! Es kam nicht zur Auszahlung. Also was machen wir nun? All die Arbeit in den Papierkorb werfen und dieses Projekt wegwerfen, oder aber kämpfen wir um dieses Projekt, für das wir so viel Herzblut, Schweiß und Geld investiert haben? Für mich stellte sich die Frage nicht! „Das ist ein Kind!“ sagte ich zu meinen Kollegen, die teilweise sehr enttäuscht waren und gar nicht sehen wollten, dass dieses erreichen von 7.000 Euro schon etwas geniales war!

„Wir sollten auf Indigogo wechseln! Da bekommen wir dann etwas heraus, auch wenn wir nicht unser definiertes Ziel erreichen.“ meinte einer meiner Jungs. Für mich der falsche Ansatz. Denn immerhin haben sich Podcast-Macher und Hörer extra bei Kickstarter registriert um uns zu unterstützen! Denen möchte ich nicht zumuten sich noch auf einer weiteren Plattform anzumelden. Denn immerhin geht es hier um sensible Daten! Kreditkarte, Name, Anschrift! Damit sollte man nicht hausieren gehen. Daher nahm ich Kontakt zu einem Unternehmen auf, welches bereits eine größere Summe bei Kickstarter eingeworfen hatte und fragte, was man machen könnte. Nach kurzer Zeit war es dann klar. Das Unternehmen stockt auf, aber nur wenn die 7.000 Euro über Kickstarter kommen!

Ich setzte mein vollstes Vertrauen in die Crowd und siehe da: Aktuell sind wir bei 7.200 Euro in knapp 7 Tagen. Es sind leider nicht alle Backer der ersten Kampagne da, aber vielleicht tut sich noch was in den letzten Stunden der Kampagne. Wer weiß. Zur neuen Kampagne haben wir übrigens ein paar Goodies, die beim ersten mal nicht gebucht wurden, gestrichen und neue Goodies erstellt. Zudem ein neues Video mit einer, wie ich finde, klareren Beschreibung des Projekts. 4 Minuten. Kurz und knapp, anders als meine Antworten hier ;-)

Steffen: Wenn man zurück blickt, könnte man meinen, der nun absehbare Erfolg liegt nicht nur an der guten Idee und dass Du voll hinter Deiner Idee stehst, sondern auch an der Art und Weise wie Du die Kampagne umgesetzt hast. Der erste Versuch startete am 12. Mai und sollte ursprünglich einen Monat gehen. Keine zwei Monate später gehst du mit dem dritten Anlauf an den Start und sammelst in nur noch einer einzigen Woche die Summe von 7.000 €! Steckt da eine Methode dahinter?

Marc: Nein, nicht wirklich. Der erste Versuch zählt für mich nicht. Der zweite ist dann eher ernst zu nehmen. Mit dem dritten Anlauf sollte spätestens feststehen: „Der steht hinter seiner Idee und ist davon überzeugt!“. Ich denke deswegen kamen die 7.000 Euro in den 6 Tagen auch zusammen. Aber wissen, tut man sowas nicht genau. Daher ist das nur meine Vermutung.

Steffen: Kannst Du diese Herangehensweise weiterempfehlen?

Marc: Man sollte seine eigenen Erfahrungen machen. Was man berücksichtigen sollte ist einfach authentisch und vor allem ehrlich zu sein! Backt kleine Brötchen und verspricht nicht zu viel! Ich habe bewusst auf einen spontanen Dreh für den Kampagnen-Clip gesetzt, weil dies für mich einfach was mit Ehrlichkeit zu tun hat. Man sollte zwar zeigen was man kann, aber auch dass man ECHT ist, voll und ganz hinter seinem Projekt steht und mit voller Leidenschaft dabei ist. Ansonsten muss man gar nicht erst dran denken Filmprojekte mittels Crowdfunding zu finanzieren!

Steffen: Vielen Dank für Deine Antworten! Ich bin am Wochenende 14. bis 16. August auf dem Podstock. Sehen wir uns eventuell dort?

Marc: Ha! Das wird ja super! Klar bin ich dort! Bei Branko und Co. Wieder ein kreativer und interessanter Kopf mehr den ich dort antreffen werde! Das heißt, wenn 1. die Kampagne gut ausgeht und 2. ich auf meiner Reise dahin nicht verirre ;-)

Das Interview führte Steffen Peschel, Kulturmanager und Crowdfunding-Berater aus Dresden und Leipzig.

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“[..] eine Person, die über einen gewissen Zeitraum jede Stunde via Lastschrift 1.000€ gespendet hat und es kam mir so seltsam vor, dass ich das hab prüfen lassen von Startnext und es kam das raus, was ich vermutet habe: Es ist ein Konto, das nicht gedeckt war und diese Person hat gespendet, weil sie gehofft hat, was auch funktiniert hat, dass die Spendenbereitschaft zurück geht [..]” (Zitat aus dem Video von Marik)

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"Wenn Crowdfunding nicht nur als Schwarmphänomen definiert werden kann, sondern auch als vollwertig agiler Prozess, dann unterstützt Kickstarter genau das besonders gut."- (Steffen Peschel)

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