UNIPOLAR Kleidung mit wissenschaftlichem Anspruch

137%
  • Zielsumme: 6.000
  • Funding: 8.237
  • Supporter: 169
  • Daten aktualisiert am 20.09.16
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(Foto: Unipolar)
(Foto: Unipolar)

Ich suche Unterstützung für die erste Kollektion, so dass ich mit meinen 15 Studiengängen, die ich anbiete, erstmal was auf Lager legen kann. (Steve Kupke)

Im Interview mit Steve Kupke über sein Startup Unipolar

Ich habe mich beim letzten Crowdfunding Meetup in Dresden mit Steve zusammengesetzt und ein neues Crowdfunding Interview aufgenommen. Wir sprachen über seine Crowdfunding Kampagne für das Modelabel Unipolar und gingen dabei in viele Details ein, die dem einen oder anderen helfen kann, selbst einzuschätzen, was es heißt ein Startup über Crowdfunding zu finanzieren. Das Interview wurde aufgenommen und anschließend von mir transkribiert.

Steffen: Hallo Steve, ich habe jetzt auf Facebook schon mehrmals von deinem Crowdfunding Projekt gelesen, aber ich weiß bisher nur, dass es T-Shirts und wissenschaftliche Motive sind. Deswegen, stell dich doch bitte erst dich vor und dann interessiert mich natürlich, was das genau ist, was du machst.

Steve: Ich bin Steve Kupke und komme eigentlich aus einer ganz anderen Richtung als dem Mode-Business. Ich habe Physik studiert und vor kurzem promoviert Allerdings habe ich mich dann gegen die Physik und die wissenschaftliche Laufbahn entschieden und jetzt ein Modelabel gegründet. Ich wollte der Wissenschaft aber in gewisser Weise treu bleiben, deshalb der wissenschaftliche Anspruch, der dahinter steckt. Es sollen wissenschaftliche Themen optisch ansprechend auf Textilien gebracht werden und das sind Themen aus dem Studium, von Nobelpreisen, historische Schriften und Zeichnungen. Die Idee dahinter ist, wenn du es auf der Straße siehst, muss es erst einmal optisch gefallenund auf dem zweiten Blick erst den wissenschaftlichen Anspruch und die Geschichte dahinter verraten.

Steffen: Also ein bisschen ein versteckter Aha-Effekt?

Steve: Ein versteckter Nerd. Ich sage immer ein Nerd inkognito. Ich wollte halt weg von der Richtung, dass die Leute plakativ irgendwelche Gleichungen auf Textilien, also auf ’nem T-Shirt haben oder ein Koordinatensystem oder irgendeinen Informatikspruch. Das hab‘ ich in meinem Studium oft gesehen. Ich hätte selbst auch gern etwas getragen, was mir gefällt und mit dem ich mich identifizieren kann. Ich denke jeder Student brennt in gewisser Weise für sein Fach.Aber es gab es nix Vernünftiges zur Auswahl und das wollte ich einfach ändern.

Das meiste ist immer nur schwarz mit weißer Schrift, meistens in XXL so in die Richtung, wie so ein schwarzer Sack. Da musste einfach was modisches her, was gut geschnitten ist, was vielleicht auch ein bisschen Farbe mit reinbringt. Und halt ein cooles Design mit dazu. Das gleich auch für die Mädels und da hab ich mir gedacht und wenn dann für alle Studiengänge. Und so bin ich ständig auf der Suche nach neuen Motivideen, nach neuen Geschichten für die unterschiedlichsten Studienfächer.

(Foto: Unipolar)
(Foto: Unipolar)

Steffen: Als mir letztens jemand davon erzählt hat, hat er zuerst gesagt, dass es ökö-faire Mode ist.

Steve: Richtig.

Steffen: Das war für ihn offensichtlich wichtig.

Steve: Ja, das ist mir auch sehr wichtig, dass alles fair gehandelt ist und Bio-zertifiziert. Ich lebe das selber. Ich bin Veganer, gehe im Bioladen einkaufen, wir haben einen eigenen Garten, wir bauen Sachen an, da ist es aus meinem Innersten heraus auch ein Wunsch, dasso anzubieten. Das ist mir einfach wichtig.Die Leute sollen die Klamotten mit nem guten Gefühl tragen.

Steffen: Du hast dich jetzt für Crowdfunding entschieden. Was waren für dich wichtige Aspekte, warum du das über Crowdfunding machst?

Steve: Also einmal ist die Crowdfunding-Kampagne natürlich dafür da die erste Serie zu finanzieren. Ich suche Unterstützung für die erste Kollektion, so dass ich mit meinen 15 Studiengängen, die ich anbiete, erstmal was auf Lager legen kann. Und eine große Motivation war auch, darüber bekannt zu werden. Es ist ein großes Marketing-Tool. Es teilt sich einfach sehr gut auf den verschiedensten Sozialen Kanälen. Und als dritter Punkt ist es natürlich auch eine Marktanalyse. Weil ich auch nicht wusste: Ist der Anklang da, wollen die Leute das? Klar gibt es sechs Millionen Studenten, aber wollen die Nerds nicht lieber Nerds sein und die anderen Studenten, ich sag immer die sozial kompetenten – nicht böse nehmen – wollen die überhaupt mit sowas rumlaufen? Das ist auch ein Tool dafür, um zu schauen: Kann das funktionieren oder nicht?

Steffen: Jetzt klingt Studierende als Zielgruppe erst mal nach einer sehr großen Gruppe. Du sagtest gerade sechs Millionen. Was hast du gemacht, um diese sechs Millionen zu erreichen?

Steve:  *lacht* Das fängt natürlich immer bei Familie und beim Freundeskreis an, dass es dort geteilt und weitergetragen wird. Ich bin auch immer wieder überrascht, dass Leute aus ganz Deutschland mir schreiben und sagen: „Ist eine tolle Idee!“. Es ist eine schwere Aufgabe, ich habe schon Presseberichte rausgeschickt, erst einmal an die regionalen Medien, aber auch an alle Studentenzeitschriften in Deutschland.

Jetzt bin ich dabei alle Fachschaftsräte deutschlandweit anzuschreiben.Das Marketing von Universitäten ist da noch mit drin, mit denen bin ich schriftlich aber auch telefonisch in Kontakt. Dann habe ich noch einen Gastbeitrag für einen Modeblog, den will ich noch schreiben. Ansonsten muss man alle Kontakte anschreiben, die man hat. Die ganze Facebook-Liste, die ganze Outlook-Liste von oben bis unten eigentlich. Persönlich anschreiben! Ich versuchen keine Massenmails rauszuschicken, sondern schon bei jedem noch ein paar persönliche Zeilen mit rein zu packen. Und das frisst tatsächlich unglaublich viel Zeit.

Steffen: Wie ist das bei den Gegenleistungen, was bietest du an?

Steve: Es fängt an beim Beutel, ein Stoffbeutel, der individuell bedruckt werden kann je nach Motivwunsch. Über das T-Shirt, das klassische Produkt, weil doch viele immer sagen: „Der macht T-Shirts.“. Es ist aber alles dabei. Also es geht weiter: Longsleeves, Pullover, Hoodies, bis zum bestickten Hemd für den Professor und den Dozenten, so in der Richtung.

Steffen: Ach so, es sind gar nicht nur T-Shirts geplant?

Steve: Nein, es ist alles. Was ich jetzt nicht mit drin habe, sind Polo-Hemden, die kommen aber auch irgendwann noch mal in einer abgeänderten Form. . Ich designe alle Motive, aber ich designe natürlich nicht die Textilien. Die Textilien kaufe ich ein, da gibt’s eine andvoll von Unternehmen, die das in der Qualität fair und bio herstellen.

(Foto: Unipolar)
(Foto: Unipolar)

Steffen: Was sind deine Pläne für die Zukunft? Hast du dann einen Online-Store oder gehst du auch in Läden rein?

Steve: Es wird so sein, dass geplant im Dezember der Onlineshop startet. Das ist mein Hauptabsatzmarkt, aber dann auch viele Kreativ- und Handmademärkte deutschlandweit.. Es gibt jetzt eine kleine Campus-Tour, die wir machen, um Unipolar vorzustellen, aber es wird dann nächsten Sommer noch einmal, wenn das nächste Semester losgeht, April/Mai, eine große Tour geben. Wir wollen wirklich alle Uni-Städte deutschlandweit mit dem Stand bereisen. DaWanda und Etsy sind weiterhin geplant.

Für Weihnachten hab ich ’ne gute Nachricht, da wird es einen Pop-up-Store geben. Am Bahnhof Mitte neben der Verbrauchergemeinschaft in Dresden. Es sind gerade vier Ladenzeilen frei geworden, passt vom Publikum auch sehr gut und da bin ich den ganze Dezember da und stelle meine Kollektion aus. Alles von Unipolar,  aber auch unbedruckte Sachen fair & bio, plus noch ein paar regionale Handmade-Sachen.

Steffen: Wie ist das, seid ihr ein Team oder bist du das alleine?

Steve:  Im Video ist meine meine Freundin Daniela dabei Sie ist auch selbstständig und berät mich in allen Belagen. Sie hilft viel beim Marketing und bei den Mädelsklamotten. Ansonsten habe noch eine Praktikantin .

Steffen: Jetzt während der Kampagne machst du noch was nebenbei oder hast du dich jetzt 100% auf dein Start-up konzentriert?

Steve: Ich bin tatsächlich seit April voll dabei Unipolar auf der Taufe zu heben.

Steffen: Und du machst ausschließlich das?

Steve: Nur das und es ist tatsächlich auch so, dass gerade die Crowdfunding-Kampagne 75% einnimmt und der Rest 25%. Hauptsächlich werden bereits die Dankeschöns vorbereitet. Ich will versuchen, dass jeder seins unterm Weihnachtsbaum hat.

Steffen: Okay. Vielen Danke, Steve, für die Antworten!

Steve: Ich hab zu danken.

Das Interview führte Steffen Peschel, Kulturmanager und Crowdfunding-Berater aus Dresden und Leipzig.

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Jan vom NAF

"Für mich heißt Freiraum, selbst gestalten zu können ohne künstliche finanzielle oder bürokratische Hindernisse." (Jan Kossick)

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